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Therapie

Mit der passenden MS-Therapie zu mehr Therapietreue

Um die Progression zu bremsen, ist es wichtig, dass MS-Patienten ihre Therapie richtig und konsequent anwenden. Die Bedürfnisse der Patienten bei der Therapiewahl zu berücksichtigen, kann die Adhärenz und Persistenz verbessern.

Adhärenz beschreibt das Ausmaß, in dem ein Patient seine Therapie wie mit dem Arzt vereinbart anwendet. Hierzu gehören auch therapiebegleitende Absprachen, wie das Einhalten von regelmäßigen Kontrolluntersuchungen oder ergänzenden Maßnahmen. Die Persistenz beschreibt die Therapieverweildauer – also die Zeitspanne vom Beginn bis zum Abbruch einer Therapie.

Mit Adhärenz und Persistenz zum Therapieerfolg

Studien zeigen, dass eine hohe Persistenz und Adhärenz bei verlaufsmodifizierenden Medikamenten wesentlich zum Therapieerfolg beitragen.1,2 Nur wenn der Patient seine Therapie langfristig und konsequent angewendet, kann er das Risiko für das Fortschreiten der MS reduzieren und eine Behinderungsprogression verzögern.3,4

Natürlich gibt es auch gute Gründe, die Therapie zu wechseln: Ist die MS trotz Behandlung weiterhin aktiv, ist ein schneller Wechsel zu einer wirksameren Therapie erforderlich. Auch wenn der Patient Schwierigkeiten mit der Adhärenz hat, beispielsweise weil die Art und Häufigkeit der Anwendung nicht zu ihm passen, kann ein Wechsel sinnvoll sein.

Entscheidender Faktor: Therapiezufriedenheit

Die Berücksichtigung der Patientenpräferenzen bei der Therapiewahl kann langfristig den Behandlungserfolg verbessern. Eine aktuelle Patientenpräferenzstudie zeigt, dass die meisten Patienten eine Infusion von bis zu dreimal im Jahr bevorzugen.5 Eine lange applikationsfreie Zeit ist den Patienten also besonders wichtig.

Bei der Adhärenz spielt auch die Häufigkeit der Anwendung eine Rolle. Seltener angewendete Therapien lassen sich häufig einfacher in den Alltag und die Lebensabläufe integrieren. Das kann sich in der Therapietreue der Patienten widerspiegeln.

Prof. Dr. Sebastian Rauer, Neurologe

Patientenpräferenzen beeinflussen demnach die Adhärenz und Persistenz und tragen so maßgeblich zum Therapieerfolg bei.

Quellen

1. Burks J, et al. Clinicoecon Outcomes Res. 2017;9:251–60.

2. Yermakov S, et al. J Med Econ. 2015;18:711–20.

3. Giovannoni G et al.: Long-Term Reduction of Relapse Rate and 48- Week Confirmed Disability Progression After 6.5 Years of Ocrelizumab Treatment in Patients With RMS, MSVirtual2020, Presentation Number P0216.

4. Wolinsky JS et al.: Sustained Reduction in 48-Week Confirmed Disability Progression in Patients With PPMS Treated With Ocrelizumab in the ORATORIO OLE: 7-Year Follow-up, MSVirtual2020, Presentation Number P0237.

5. Bauer et al. Neurodegener Dis Manag. 2020; 10(6):369-382.